Roter-Faden-Aufzeiger

Begleiter bei der Angstentmachtung

Sinnfindungsunterstützer

Angst

Angststörung

Angst Mut

„Befreiung wird vor allem dadurch blockiert, dass man sich weigert, loszulassen, weil man nach Sicherheit, Gewissheit und festen Ergebnissen strebt.
Befreiung (…) bedarf des Risikos. „Loslassen“ heißt, dass (…) das Verlangen nach Sicherheit aufgegeben wird; man könne es das Sprengen von Fesseln nennen, das Abschütteln von Angst und Besessenheit: Wir „wachen auf“ und entdecken, dass die Schlösser unserer Ketten verschwunden sind, heben die Arme – und unsere Fesseln fallen ab.
Aber – sie können nicht fallen, wenn wir so an ihnen hängen, dass wir ohne sie Angst haben. Vielleicht hängen die Ketten nicht mehr an uns, aber wir hängen noch an ihnen. Uns von der Anhänglichkeit an die Ketten, die uns binden, zu befreien, ist dann die eigentliche Aufgabe.“

Dr. Ernest Kurtz, 1935-2015

Angststörung

Das Wort Angst geht auf die lateinische Wurzel „angustus“ (eng, beengt) bzw. angustia (Enge, Beengung, Bedrängnis) zurück.

Wir gehen beim Roten Faden ganzheitlich vor. Wir betrachten die Dinge auf mehreren Ebenen. Es geht letztlich immer darum, welchen Kräften in uns wir „die Regie gegeben haben“ – wir denken, unsere Freiheit sei uns von etwas oder jemand anderem genommen worden.
Doch bevor wir zu den Themen kommen, bei denen Angst eben auf „unnatürliche“ Art und Weise die Herrschaft an sich genommen und begonnen hat, unsere Lebensqualität zu beeinträchtigen, hier zunächst die positiven Seiten(!) der Angst:

Angst ist normal und überlebensnotwendig

Was der Schmerz für unseren Körper ist, ist die Angst für unsere Psyche.
Beide ermöglichen ein Verhalten, das mit dem Leben vereinbar ist – wenn jemand keine Schmerzen empfinden könnte, würde er sich recht bald Schaden in Form von Verletzungen und Schlimmerem zufügen.

Angst macht uns menschlich

Der Mensch lacht, er weint, er hat Angst, er spürt Freude. Er macht sich Gedanken und nutzt diese – hoffentlich – kreativ.

Angst ist Teil der Kultur und macht erwachsen

Man denke an das Grimm’sche Märchen von „Einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“.
Es gehört zum Prozess des eigenen Werdens dazu, auch das zu entdecken und sich seinen Ängsten zu stellen.

Angst lässt uns vorausdenken

Angst kann ein guter Begleiter der Kreativität sein. Die Angst bewacht unseren Fürwitz (Friedrich Schiller): Sie legt auch mal ein Veto ein, lässt uns zögern und Dinge nochmals durchdenken und evtl. eine Idee noch weiter ausarbeiten, bevor wir handeln. Auch innere Ambivalenzen können (Wunsch nach Veränderung vs. Angst vor Veränderung) können – etwa in Beziehungen – sehr sinnvoll sein.

Angst kann kreativ machen

Auch und gerade in kritischen Situationen sind wir zu erstaunlichen kreativen Ideen und Ansätzen in der Lage – z.B., wenn es ums Ganze geht und es eines raschen Ausweges bedarf.

Generalisierte Angststörung

Eine generalisierte Angststörung ist – wie der Name schon sagt – ein ‚allgemeines Angstgefühl‘, das sich oft diffus zeigt.
Sie äußert sich in häufiger Besorgtheit und in Anspannung auch über ganz alltägliche Dinge – und ganz direkt über den Körper – siehe auch Angststörung Symptome.

Das Abwehr- und Ausweichverhalten ist ausgeprägt. Und Sie suchen häufig nach Bestätigungen im Außen in Bezug auf Ihre Sorgen (so entstehen dann „sich selbst erfüllende Prophezeiungen“).

Die ständige Angespanntheit ist vielleicht das typischste Symptom; und da wir und unser System und unser Hirn(!) ganz natürlicherweise nach mehr Ausgeglichenheit und auf Sicherheit – und sei es gefühlte Sicherheit! – aus sind, suchen wir eben diese auf unterschiedliche Arten. Das kann dann körperlich sein oder eben dadurch, dass wir bestimmte Situationen zu meiden beginnen – dadurch wird allerdings der Käfig, in den wir uns gebracht haben, immer kleiner.
Jegliche „Trigger“ / Auslöser der Angst werden gemieden und wir bevorzugen zunehmend nur noch Umgebungen, in denen diese Auslöser eben nicht mehr (oder nicht mehr so oft) angesprochen werden.

Angststörung Symptome

Es gibt zahlreiche Symptome für Angst.

Das können u.a. sein:

=> Schweißausbrüche
=> Magenbeschwerden
=> Ein Gefühl von zugeschnürter Kehle
=> Trockener Mund

=> Einschlaf- und Schlafschwierigkeiten
=> Muskelanspannungen
=> Hitzewallungen oder auch kalte Schauer
=> Herzklopfen

und vieles mehr.

Auch auf mentaler Ebene können wir Dinge an uns beobachten:
Wir meiden aktiv und soweit möglich bestimmte Situationen – aus Furcht davor, dass die Angst wieder ausgelöst wird. Das können Orte sein, an denen viele Menschen sind (z.B. öffentliche Verkehrsmittel oder Supermärkte u.v.m.)  [siehe auch → Link zu ‘Soziale Ängste’].
Oder aber es sind Situationen, die uns auf einer tiefen Ebene noch direkter mit unserer Urangst bzw. mit unserer Angst vor dem Tod in Verbindung bringen – etwa bei der Angst vor dem Autofahren.

So arbeitet unser Gehirn: Immer dann, wenn ein inkohärenter (Energieverbrauch hoch) in einen kohärenten Zustand (Energieverbrauch deutlich niedriger) gebracht wird, kann sich ein – in diesem Falle – Pseudogefühl der Erleichterung (weil die Angst „mal wieder abgewehrt wurde“!) breitmachen. Kohärenz ist so etwas wie Stimmigkeit.

Im günstigsten Falle kann diese Kohärenz über Verschaltungen und Botenstoffe sogar ein Gefühl von Glück erzeugen.
Im Falle unseres Themas hier handelt es sich um erlernte Angst bzw. erlernte Vermeidungsstrategien.

Angststörung Ursachen

Es kann zahlreiche Ursachen – oder besser ausgedrückt Auslöser – von Angst geben.
Von unserer natürlichen (und sinnvollen!) Angst abgesehen ist es in den meisten Fällen die Urangst.
Diese hat viel damit zu tun, wie wir in unserer sogenannten zivilisierten Welt mit Babys und Kleinkindern umgehen, insbesondere zwischen 0 und 3 Jahren.

Und nein, das war eben nicht immer so, es gab Zeiten in der evolutionären Geschichte des Menschen, da lief das ganz anders ab.

Jean Liedloff zeigt in ihrem brillanten Buch „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“ auf, dass eine Art „Entwicklungskontinuum“ gibt, d.h. wie bei anderen Tieren auch gibt es beim Menschen – im System bereits vorhanden – sowas wie eine Erwartung, WANN bestimmte Entwicklungsimpulse und Triebbefriedigungen kommen oder kommen sollten. Wenn diese jedoch erst viel später oder eben gar nicht eintreten, dann werden aufgrund des so erfahrenen unendlichen Urschmerzes Abwehr- und Ausweichmechanismen aufgebaut. Ganz physisch-physiologisch im Sinne von Synapsen-Verbindungen.

Diese Mechanismen, Programme und Muster sind bei fast allen von uns vorhanden!
Die gute Nachricht: Nein, man muss damit nicht bis zum Ende leben 🙂.
Eine der schönsten Erkenntnisse der Neurowissenschaft ist, dass unser Gehirn im höchsten Maße plastisch, also formbar ist. Es ist durchaus möglich, etwas zu verändern!
Und wieder zurückzukehren zu einem freudvollen und natürlichen Fluss des eigenen Lebens.

Was sind die Ursachen für eine Angststörung?
Die Entstehung von sogenannten Angststörungen kann verschiedene Gründe haben.
Es ist vielleicht auch besser, es anders zu formulieren:
Es ist es oft eine Kombination verschiedener Faktoren, die unsere Angstabwehr durchbrechen und sozusagen wieder eine Ahnung von unserer Urangst wachrufen
(–> Link zu Abschnitt Wie entsteht Angst einfach erklärt)

Und dann bekommen wir es mit wirklichen Schwierigkeiten zu tun.

Mögliche solche Faktoren können sein:

=> Stress (hier gemeint ist der negative sogenannte